Messung der explosionsartigen Verbreitung von E-Scootern in Atlanta, Georgia
Mikromobilitätsgeräte wie stationslose E-Scooter sind ein umweltfreundliches und kostengünstiges Verkehrsmittel für Kurzstrecken. Sie haben das Potenzial, die Nutzung von Uber, Taxis und Privatfahrzeugen in Städten und Gemeinden massiv zu reduzieren, und verursachen dabei keinerlei CO₂-Emissionen. Die Fahrt mit dem E-Scooter bietet den Bürgern zudem eine erschwingliche Möglichkeit, die „erste und letzte Meile“ zum öffentlichen Nahverkehr zurückzulegen.
Jüngste Studien haben jedoch gezeigt, dass E-Scooter auf städtischen Straßen ein großes Sicherheitsproblem darstellen.Eine Studie aus dem Jahr 2018, die von den Behörden für öffentliche Gesundheit und Verkehr in Austin, Texas, in Zusammenarbeit mit den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) durchgeführt wurde, ergab, dass innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten pro 100.000 mit E-Scootern zurückgelegten Fahrten in Austin 20 Personen verletzt wurden. Das ist etwa 13-mal riskanter als Radfahren und 100-mal riskanter als zu Fuß gehen. Bei fast der Hälfte dieser Verletzungen handelte es sich um Kopfverletzungen, davon waren 15 Prozent traumatische Hirnverletzungen. Nur einer von 190 verletzten E-Scooter-Fahrern trug einen Helm.
Atlantas Herausforderung
Überall versuchen Städte, kompakte und umweltfreundliche Fortbewegungsmittel wie E-Scooter zu fördern, um sowohl Verkehrsstaus als auch Bedenken hinsichtlich Umweltverschmutzung und Klimawandel anzugehen. Dabei müssen sie jedoch auch sicherstellen, dass alle Verkehrsteilnehmer so gut wie möglich geschützt sind. Bei neuen Fortbewegungsmitteln wie E-Scootern besteht die Herausforderung darin, dass es noch nicht viele Daten oder Erkenntnisse darüber gibt, welche Maßnahmen Städte ergreifen sollten, um die Sicherheit zu verbessern. Genau vor dieser Herausforderung steht die Stadt Atlanta.
Die Stadt hat sich zu einem der Gebiete mit der höchsten Dichte an E-Scootern im Südosten der USA entwickelt; über 10.000 Geräte sind dort zugelassen. Nach vier tragischen Todesfällen im Zusammenhang mit E-Scootern kündigte der Bürgermeister einen zweijährigen Plan im Umfang von 5 Millionen Dollaran, um schnell neue Sicherheitsmaßnahmen auf den Straßen von Atlanta umzusetzen. Im Rahmen dieses Plans führte die Stadt vom 19. bis 26. Oktober eine schnelle Sicherheitsmaßnahme auf einemetwa 0,2 Meilen langen Abschnitt der 10th Street westlich des Piedmont Parks durch, indem sie vorübergehend geschützte Fahrradspuren einrichtete, die sowohl von Fahrrädern als auch von E-Scootern genutzt werden können.
Um die Auswirkungen dieser neuen Sicherheitsmaßnahme zu messen, setzte die Midtown Alliance – ein gemeinnütziger Zusammenschluss führender lokaler Wirtschafts- und Gesellschaftsvertreter – entlang des temporären geschützten Radwegs das System „Miovision Scout“ ein, um Daten darüber zu erheben, wie viele E-Scooter, Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge die Fahrbahn und die geschützte Infrastruktur nutzten. Dabei lag der Schwerpunkt insbesondere auf einer genauen Klassifizierung und der Zählung in beide Richtungen von E-Scootern und Radfahrern, die die geschützten Radwege nutzten. Mithilfe der von Scout aufgezeichneten Videos, der von Miovision verarbeiteten Daten und der in DataLink bereitgestellten Berichte ermöglichte die Midtown Alliance der Stadt, konkret zu erkennen, wie die Einwohner Atlantas den geschützten Radweg nutzten, und unterstützte die Planer dabei, Argumente für eine dauerhafte geschützte Infrastruktur zu entwickeln, um künftige Tragödien zu verhindern.
Entscheidend ist, dass die Stadt ihre Entscheidungen nicht mehr auf Anekdoten stützt, sondern über einen fundierteren Datensatz zu E-Scootern verfügt. Und dank der einfachen, effektiven und kostengünstigen Tools von Miovision sind interessierte Akteure wie die Midtown Alliance nun in der Lage, die notwendigen Daten zu erheben, um sich für sicherere Straßen in ihrem Stadtteil einzusetzen.
Miovision ist der einzige Anbieter von Verkehrszählungen, der auch E-Scooter erfasst. Dies ist besonders wichtig, wenn es darum geht, den Nutzen eines geschützten Radwegs nachzuweisen, da wir mittlerweile wissen, dass neben herkömmlichen Radfahrten auch gemeinsam genutzte Mobilitätsgeräte (Fahrräder aus Fahrradverleihsystemen, E-Scooter usw.) einen beträchtlichen Anteil der Fahrten auf geschützter Infrastruktur ausmachen können, was den Ausbau weiterer geschützter Infrastruktur erforderlich macht.
Forrest Rose, Midtown Alliance, Atlanta, Georgia