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Von reaktiv zu proaktiv: Mit KI-gestützten Sicherheitsanalysen zu Beinaheunfällen das Ziel „Vision Zero“ erreichen

Von: Miovision | 09. Juni 2026
Sicherheitsstudien – VRUs

Verkehrsunfälle sind weltweit nach wie vor eine der Hauptursachen für vermeidbare Todesfälle. Allein in den Vereinigten Staaten und Kanada kommen jedes Jahr 42.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben1. Tragischerweise sind ungeschützte Verkehrsteilnehmer – Fußgänger und Radfahrer – überproportional stark betroffen: Auf sie entfallen 26 % aller Verkehrstotenweltweit2.

Seit Jahrzehnten arbeiten Fachleute aus dem Verkehrsbereich unermüdlich daran, diesen Trend umzukehren, doch die traditionellen Methoden zur Bewertung der Verkehrssicherheit weisen strukturelle Mängel auf. Es ist an der Zeit, dass die Branche sich von reaktiven Sicherheitsmodellen abwendet und einen proaktiven Ansatz verfolgt.

Im Mittelpunkt dieses Wandels steht „Vision Zero“, eine globale Initiative, die auf der Prämisse basiert, dass kein Todesfall auf unseren Straßen akzeptabel ist. Anstatt Verkehrstote als unvermeidbare Begleiterscheinungen der Mobilität zu betrachten, erkennt „Vision Zero“ an, dass Menschen naturgemäß Fehler machen, und verlagert die Verantwortung auf Systemdesigner und politische Entscheidungsträger. Für Ingenieure bedeutet dies, eine „verzeihende“ Infrastruktur zu schaffen, in der menschliches Versagen nicht zu tödlichen oder schwerwiegenden Folgen führt. Um diesen systemischen Paradigmenwechsel tatsächlich zu erreichen, ist jedoch eine grundlegende Weiterentwicklung der Art und Weise erforderlich, wie wir Gefahren auf unseren Straßen erkennen.

Der entscheidende Schwachpunkt historischer Absturzdaten

Bislang stützten sich Verkehrsingenieure stark auf historische Unfalldaten, um gefährliche Kreuzungen zu identifizieren und die Bereitstellung von Mitteln für Sicherheitsmaßnahmen zu begründen. Diese Methode weist jedoch erhebliche Einschränkungen auf, die Städte daran hindern, der Entwicklung einen Schritt voraus zu sein:

  • Es ist von Natur aus reaktiv: Sich auf die Unfallstatistik zu stützen bedeutet, dass wir im Grunde darauf warten, dass Menschen zu Schaden kommen oder ihr Leben verlieren, bevor wir Abhilfemaßnahmen ergreifen.
  • Es dauert lange: Es kann zwischen fünf und zehn Jahren dauern, bis sich statistisch signifikante Unfalltrends in den Daten abzeichnen. Bis Ingenieure ein Muster erkennen, kann sich die betriebliche Realität an der Kreuzung bereits völlig verändert haben.
  • Es fehlt der Kontext: In Absturzberichten fehlen häufig wichtige Informationen zum Verhaltenskontext – oder sie werden gar nicht erst gemeldet –, was es Sicherheitsingenieuren unmöglich macht, die wahren Ursachen von Konflikten zu ermitteln.

Eine Tabellenkalkulation kann einfach nicht veranschaulichen, wie ein in Richtung Osten fahrender Autofahrer, der sich voll und ganz darauf konzentrierte, eine Lücke im Gegenverkehr zu nutzen, knapp einen „Left Hook“-Manöver nach rechts ausführte und dabei direkt in den Weg eines Fußgängers geriet.

Ein proaktiver Wandel: Die KI-gestützte Lösung von Miovision zur Vermeidung von Beinaheunfällen

Um die Zahl der Verkehrstoten wirklich deutlich zu senken und die Ziele von „Vision Zero“ zu erreichen, benötigen wir Analysen, die uns aufzeigen, wo es zu Unfällen stattfinden werden geschehen werden, und nicht nur, wo sie sich passiert sind. Hier kommen Sicherheitsstudien ins Spiel.

Miovision-Sicherheitsstudien kombinieren bewährte Ersatzsicherheitsmethoden mit modernster künstlicher Intelligenz, um Risiken zu bewerten, bevor es zu Kollisionen kommt.

Bei der Verarbeitung der Videodaten erkennt und klassifiziert unsere Computer-Vision-KI verschiedene Verkehrsteilnehmer und nutzt dabei Tracking-Algorithmen, um deren Bewegungen Bild für Bild zu verfolgen. Die Software wandelt den Pixelraum des Videos in reale Koordinaten um und erstellt so eine hochpräzise räumliche Kartierung. Durch die Analyse der sich kreuzenden Bewegungsbahnen der Verkehrsteilnehmer bewertet die KI Interaktionen auf der Grundlage kritischer Risikofaktoren wie Fahrzeuggeschwindigkeit, Aufprallwinkel, Art des Verkehrsteilnehmers und zeitlicher Abstand.

Die Vorhersagekraft dieser Technologie ist atemberaubend. Anhand der Beinaheunfall-Daten von Miovision lässt sich mit einer Genauigkeit von 94 % vorhersagen, ob es an einem bestimmten Standort innerhalb der nächsten fünf Jahre zu einem Unfall mit Verletzten kommen wird.

Erfolg in Wochen statt in Jahren messen

Mithilfe von Videoanalysen zu Beinaheunfällen können Behörden von allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen zu gezielten, präzisen Gegenmaßnahmen übergehen. Da Daten zu Beinaheunfällen tiefe Einblicke in bestimmte Konfliktkonstellationen liefern, können Städte Lösungen mit hohem ROI umsetzen, ohne den Verkehrsfluss an Stellen unnötig zu beeinträchtigen, an denen bereits Sicherheit herrscht.

Entscheidend ist, dass erlauben Sicherheitsstudien es Ingenieuren, die Wirksamkeit von Sicherheitsmaßnahmen nahezu sofort zu messen. Anstatt weitere zehn Jahre auf Unfalldaten zu warten, um eine Infrastrukturmaßnahme zu validieren, können Städte eine Änderung umsetzen, Kameras für einige Tage einsetzen und innerhalb von 14 Tagen eine umfassende Sicherheitsstudie von Miovision erhalten.

Die Ergebnisse aus der Praxis sprechen für sich. In einem kürzlich durchgeführten Projekt, das 50 Kreuzungen in fünf kanadischen Städten umfasste, nutzten Ingenieure Daten von Miovision, um 119 kostengünstige Maßnahmen umzusetzen – wie beispielsweise die Aktualisierung von Fahrbahnmarkierungen und die Anpassung von Ampelschaltungen. Dieser gezielte Ansatz führte zu einer unglaublichen durchschnittlichen Risikoreduzierung von 85 % bei den untersuchten Konfliktsituationen. Insbesondere in Vancouver führten diese proaktiven Anpassungen zu einer Rückgang der Beinaheunfälle mit Radfahrern um 55 % und trugen zu einem Anstieg des Radverkehrsaufkommens um 68 % bei.

Wenn wir die Straßen objektiv sicherer machen, ermutigen wir die Bevölkerung, aktive und multimodale Fortbewegungsmittel vertrauensvoll zu nutzen. Durch die vorrangige Auswertung proaktiver Daten zu Beinaheunfällen verfügen Verkehrsexperten endlich über die überzeugenden visuellen Belege und schnellen Rückkopplungsschleifen, die erforderlich sind, um Leben zu retten und „Vision Zero“ Wirklichkeit werden zu lassen.

1NHTSA-Pressemitteilung 2022 

2WHO, Globaler Statusbericht zur Straßenverkehrssicherheit, 2023

Veranstaltung

Rückblick auf die ITS America Conference & Expo – Phoenix

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